Jugendkongress 2018

Am 9. September 2018 fand von 10.30 bis 16:00 Hannovers erster queerer Jugendkongress statt. In vielfältigen Workshops haben Jugendliche aus der Region Hannover ihre Vision eines queeren Jugendzentrums entwickelt. Das erste Format um Selbstvertretung und Partizipation zu stärken! Die Ergebnisse gibt es hier!

„Wir brauchen kein Jugendzentrum, wir brauchen ne Villa!“

Workshop 1: Raumgestaltung

Mithilfe von Umzugskartons, Playmobil-Steinen, Farbe und Kleber wurde das eigene Jugendzentrum gestaltet. Die Ideen und Wünsche reichten von einem Café im Eingangsbereich, über einen Fitnessraum mit verschiedenen Geräten bis hin zu einer Bibliothek, in der sich die Bücher bis zur Decke stapeln können. Besonders am Herzen lag ihnen auch der Außenbereich. Auf seiner Grünfläche soll es ausreichend Platz geben, um in der Sonne zu relaxen, Fußball zu spielen oder abends gemeinsam zu Grillen. Die Jugendlichen betonen, dass die Räume ein Treffpunkt sein sollen, in denen sie Urlaub von der Gesellschaft machen können, die frei von Diskriminierungen sind und in denen sich niemand ausgeschlossen fühlt. Daher formulierten die Jugendlichen neben den All-Gender-WCs auch die Barrierefreiheit als selbstverständliche und zwingende Grundvoraussetzung ihrer Wunschimmobilie.

„Der Tag hat zu wenig Stunden und die Woche zu wenig Tage...“

Workshop 2: Konkrete Angebote

Die Gedanken und Wünsche der Jugendlichen bezüglich der Angebote, Workshops und Freizeitgestaltung hielten sie auf einem exemplarischen Wochenplan und Schwarzem Brett fest. So wurde beispielsweise der Montag der ‚Kreativ-Tag‘ der Woche, an dem es unter anderem Schreib-, Songtext-, oder auch Zeichenworkshops geben soll. Der Dienstag ist von einem offenen Angebot geprägt, der es vor allem neuen Jugendlichen erleichtern soll, den Weg ins Jugendzentrum zu finden. Während eines Spiels am Krökeltisch oder einem Contest im Karaoke singen kommt man ungezwungen in Kontakt. Wichtig war den Jugendlichen auch ein ‚Beratungstag‘, an dem beispielsweise Infoabende zu speziellen queeren Themen, Peer-to-Peer Beratungen oder auch das Angebot einer Gruppentherapie in Zusammenarbeit mit ausgebildeten Therapeut*innen stattfinden können. Der Donnerstag steht ganz im Zeichen der sportlichen Betätigung.

Die Jugendlichen wünschen sich einen Ort, an dem sie unbeschwert Sport treiben können. Da war es ihnen auch fast egal welche Sportart genau angeboten werden sollte. Die Ideen reichten von Fußball über eine Tanzgruppe bis hin zu einem Selbstverteidigungskurs. Das Wochenende ist den gemeinsamen Ausflügen gewidmet. Das kann mal ein gemütlicher Abend im Jugendcafé sein oder auch ein Tagesausflug in den Zoo.

An der Diskussion der Gruppe ließ sich erkennen, dass die Jugendlichen ihre Angebote und Gruppen eher in Interessen und Hobbies gliedern anstatt in der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität. So wurden ausschließlich gemeinschaftliche Aktivitäten vorgeschlagen und die vier bestehenden Gruppen im Andersraum (young_frienTS, Queere Jugend, Mixed Pickles, Butterfly) als bisher ausreichende Struktur empfunden.

„Good vibes only und Sichtbarkeit“

Workshop 3: Werbung

Zunächst wurden Medien und Formate gesammelt, die für Jugendliche besonders relevant sind. Instagram, youtube und Sticker erfreuen sich größter Beliebtheit. Deutlich wurde auch, dass der Wunsch nach öffentlicher Sichtbarkeit, z.B. durch T-Shirts, Werbung an Bushaltestellen, Flyer an Schulen und Einbezug in Mainstream-Medien sehr gewünscht ist. Explizit gewünscht wird, nicht nur bei queeren Jugendlichen für das eigene Angebot zu werben, sondern auch die Gesellschaft als Ganze positiv zu beeinflussen. Einzelne Jugendliche betonen, dass selbst die Existenz eines einzigen queeren Charakters in einer Mainstream-TV-Serie ihr Coming-Out bei der Familie sehr erleichtert habe.
In einem zweiten Schritt wurden konkrete Formate ausgestaltet. So wurde z.B. ein Instagram-Account entworfen. Konform mit den Anforderungen der Plattform wurde empfohlen, positive und vielfältige Inhalte zu posten, die ein hippes Image des Jugendzentrums fördern. Probleme und Diskriminierung sollen hier eher weniger thematisiert werden. Ebenfalls entwickelt wurden Logos, Namensvorschläge, ein youtube-Kanal sowie eine Kampagne für den öffentlichen Raum.

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